Leseförderung Kinder: 7 starke Impulse von der Frankfurter Buchmesse 2026

von Hi Novi | Sep. 28, 2026 | Uncategorized | 0 Kommentare

Leseförderung Kinder beginnt nicht erst dann, wenn ein Kind selbst lesen kann. Geschichten erzählen, gemeinsam Bilderbücher entdecken, über Figuren sprechen oder in fantastische Welten eintauchen: Schon lange vor dem ersten selbst gelesenen Satz können Kinder positive Erfahrungen mit Sprache, Büchern und Geschichten sammeln.

Vom 7. bis 11. Oktober 2026 wird die Frankfurter Buchmesse erneut zum Treffpunkt der internationalen Buch- und Literaturwelt. Neben Neuerscheinungen und Branchenthemen beschäftigt sich die Frankfurter Buchmesse 2026 auch intensiv mit der Frage, wie Kinder und Jugendliche für Bücher, Geschichten und das Lesen begeistert werden können.

Für Eltern, pädagogische Fachkräfte, Kitas und Träger sind dabei einige Themen besonders interessant. Denn das Programm zeigt: Erfolgreiche Leseförderung kann ganz unterschiedlich aussehen.

Wir haben 7 Impulse zur Leseförderung für Kinder zusammengestellt, die zeigen, wie vielfältig der Weg zur Lesefreude sein kann.

Warum Leseförderung für Kinder so vielfältig sein sollte

Kinder entdecken Geschichten auf ganz unterschiedliche Weise. Manche greifen früh selbstständig zu Büchern. Andere begeistern sich zunächst stärker für Bilder, gemeinsames Erzählen, Comics oder spielerische Formate.

Genau deshalb sollte Leseförderung für Kinder nicht nur aus klassischen Vorlesesituationen bestehen.

Entscheidend ist vielmehr, Kindern unterschiedliche Zugänge zu Geschichten und Sprache anzubieten. Bilderbücher, Comics, Rollenspiele oder gemeinsame Erzählangebote können dabei verschiedene Interessen ansprechen.

Das zeigt auch das Programm der Frankfurter Buchmesse 2026.

1. Leseförderung Kinder: Geschichten spielerisch entdecken

Wie spielerisch Leseförderung funktionieren kann, zeigt die Veranstaltung „Abenteuer im Schattenwald – Rollenspiele als neuer Weg zur Leselust“.

Im Mittelpunkt stehen Pen-&-Paper-Rollenspiele als Zugang zu Geschichten. Kinder tauchen gemeinsam in eine Handlung ein, übernehmen Rollen, treffen Entscheidungen und beeinflussen den Verlauf einer Geschichte.

Damit wird Literatur plötzlich interaktiv.

Für die Leseförderung von Kindern ist dieser Ansatz besonders interessant, weil Geschichten nicht nur konsumiert, sondern aktiv erlebt werden. Fantasie, Kreativität und die Beschäftigung mit Erzählstrukturen greifen ineinander.

Termin: Mittwoch, 7. Oktober 2026
Uhrzeit: 12:00–12:30 Uhr
Ort: Halle 4.0, A76

Für Kitas und andere pädagogische Einrichtungen steckt darin ein spannender Gedanke: Nicht jedes Kind muss zuerst ein Buch aufschlagen, um Zugang zu Geschichten zu finden.

2. Bilderbücher als Grundlage frühkindlicher Leseförderung

Gerade bei der frühkindlichen Leseförderung spielen Bilderbücher eine wichtige Rolle.

Kinder müssen noch keine Buchstaben kennen, um Geschichten zu entdecken. Gemeinsam Bilder betrachten, Figuren beschreiben, Fragen stellen oder überlegen, wie eine Geschichte weitergehen könnte, schafft bereits intensive Begegnungen mit Sprache und Erzählungen.

Der Workshop „Leseförderung mit Bilderbüchern“ greift diesen Ansatz auf.

Anhand ausgewählter Bilderbücher werden praxiserprobte Methoden zur Leseförderung vorgestellt und ausprobiert. Gleichzeitig bietet die Veranstaltung pädagogischen Fachkräften die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen für den eigenen Alltag mitzunehmen.

Termin: Donnerstag, 8. Oktober 2026
Uhrzeit: 15:00–16:00 Uhr
Ort: Oetinger Haus im Massif Central, Frankfurt

Für die Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Leseförderung in der Kita beginnt vor dem Lesen

Gerade für die Leseförderung in der Kita ist dieser Ansatz relevant.

Denn Leseförderung bedeutet im Elementarbereich nicht, möglichst früh schulisches Lesen zu trainieren. Vielmehr geht es darum, Neugier auf Geschichten und Sprache zu entwickeln.

Bilderbücher können dafür ein natürlicher Bestandteil des Kita-Alltags sein: in der Bücherecke, beim gemeinsamen Vorlesen, im Morgenkreis oder als Ausgangspunkt für Gespräche, kreative Projekte und Rollenspiele.

3. Lesekompetenz von Kindern als Bildungsaufgabe verstehen

Eine der grundsätzlichsten Veranstaltungen der Buchmesse trägt den Titel:

„Generation Lesekrise? – Wie Bücher wieder Zukunftschancen schaffen“

Die Podiumsdiskussion beschäftigt sich mit aktuellen Herausforderungen der Lesekompetenz und mit der Frage, wie Bücher und Leseförderung Kindern und Jugendlichen Zugänge zu Bildung, gesellschaftlicher Teilhabe und persönlichen Zukunftschancen eröffnen können.

Termin: Donnerstag, 8. Oktober 2026
Uhrzeit: 13:00–14:00 Uhr
Ort: Halle 3.0, J34

Damit rückt neben der reinen Lesekompetenz von Kindern auch die Bedeutung einer positiven Beziehung zu Büchern und Geschichten in den Mittelpunkt.

Für pädagogische Einrichtungen ergibt sich daraus eine wichtige Perspektive: Die Grundlage dafür entsteht nicht erst mit dem Schuleintritt.

Kitas können bereits früh Umgebungen schaffen, in denen Kinder Sprache entdecken, Geschichten erleben und Bücher selbstverständlich zu ihrem Alltag gehören.

4. Lesefreude fördern: Was können wir von anderen Ländern lernen?

Wie können wir die Lesefreude fördern, ohne Lesen als Pflichtaufgabe zu vermitteln?

Die Veranstaltung „Wie kann man Kindern die Welt der Bücher näherbringen?“ gibt dazu Einblicke in die Leseförderung in Tschechien.

Vorgestellt werden unterschiedliche Methoden und Materialien sowie Bibliotheksinitiativen wie „Nacht mit Andersen“ und „Ein Buch für Erstklässler“. Auch gemeinsame Leseangebote und die Bedeutung von Schulbibliotheken werden thematisiert.

Termin: Freitag, 9. Oktober 2026
Uhrzeit: 12:00–12:50 Uhr
Ort: Halle 3.1, C65

Der Blick über die Landesgrenzen kann auch für Kitas und pädagogische Fachkräfte spannend sein.

Welche Ideen funktionieren andernorts? Welche Elemente könnten in den eigenen Alltag übertragen werden? Und wie können Einrichtungen Orte schaffen, an denen Kinder Bücher freiwillig und neugierig entdecken?

5. Leseförderung in der Kita fest im Alltag verankern

Ein besonders interessanter Programmpunkt für pädagogische Einrichtungen ist die Preisverleihung des Gütesiegels Buchkita 2026.

Insgesamt haben sich 352 Kindergärten und Kindertagesstätten für die Auszeichnung beworben. 102 Einrichtungenwurden ausgewählt und erhalten das Gütesiegel für ihr Engagement in der frühkindlichen Leseförderung.

Termin: Freitag, 9. Oktober 2026
Uhrzeit: 13:00–14:00 Uhr
Ort: Dialogue Stage, Halle 4.0, A1

Das Beispiel der Buchkitas macht einen wichtigen Gedanken sichtbar:

Leseförderung in der Kita muss kein einzelnes Projekt sein.

Sie kann dauerhaft in den pädagogischen Alltag integriert werden.

Eine zugängliche Bücherecke, regelmäßiges Vorlesen, Bilderbuchbetrachtungen, Gespräche über Geschichten oder Kooperationen mit Familien und Bibliotheken können gemeinsam eine Umgebung schaffen, in der Kinder selbstverständlich mit Büchern aufwachsen.

Weitere Informationen zum Gütesiegel gibt es auf der Website der Gütesiegel Buchkita.

6. Comics können Lesefreude fördern

Leseförderung muss nicht zwangsläufig mit langen Texten beginnen.

Die Veranstaltung „Mit Sprechblasen zum Lesespaß – Comics für junge Leser“ beschäftigt sich deshalb mit Comics als Instrument der Leseförderung.

Das Zusammenspiel aus Bildern und Text kann Kindern einen anderen Zugang zu Geschichten ermöglichen und dabei Lesefreude, Textverständnis und Fantasie ansprechen.

Termin: Freitag, 9. Oktober 2026
Uhrzeit: 16:30–17:00 Uhr
Ort: Halle 4.0, A76

Für die pädagogische Praxis steckt darin eine wichtige Erkenntnis:

Nicht jedes Kind muss über dasselbe Medium für das Lesen begeistert werden.

Für ein Kind kann ein Bilderbuch der richtige Einstieg sein, für ein anderes ein Comic. Wieder andere Kinder lassen sich vielleicht durch ein Rollenspiel oder eine gemeinsam erzählte Geschichte begeistern.

Wer Lesefreude fördern möchte, sollte deshalb unterschiedliche Formate zulassen.

7. Kinderliteratur trifft auf veränderte Lesegewohnheiten

Wie erreicht Kinderliteratur junge Menschen in einer Lebenswelt, in der zahlreiche Medien und Inhalte gleichzeitig um Aufmerksamkeit konkurrieren?

Mit dieser Frage beschäftigt sich die Veranstaltung „Bücher suchen Leser: Wie man in Zeiten der Unaufmerksamkeit für Kinder und Jugendliche schreibt“.

Autor sprechen über veränderte Lesegewohnheiten, aktuelle Entwicklungen der Kinder- und Jugendliteratur und die Rolle von Autor, Verlagen und Bibliotheken.

Termin: Freitag, 9. Oktober 2026
Uhrzeit: 13:10–14:00 Uhr
Ort: Forum 1, A1

Für die Leseförderung von Kindern ergibt sich daraus eine spannende Frage:

Wie schaffen wir Angebote, die Kinder neugierig auf Geschichten, Sprache und Inhalte machen?

Dabei muss es nicht zwangsläufig um die Entscheidung zwischen Buch und digitalem Medium gehen. Unterschiedliche Medien können unterschiedliche Zugänge zu Geschichten schaffen.

Entscheidend ist, dass Kinder Möglichkeiten bekommen, Sprache und Erzählungen zu entdecken.

Leseförderung Kinder: Eltern, Kitas und Schulen gemeinsam denken

Zum Abschluss der Buchmesse greift die Panel-Diskussion „Lese-Helden braucht das Land – Was kann jeder Einzelne von uns tun?“ diesen Gedanken auf.

Im Mittelpunkt steht die Frage, welchen Beitrag Eltern, Schulen, Medien und einzelne Personen leisten können, um Kinder nachhaltig für das Lesen zu begeistern.

Termin: Sonntag, 11. Oktober 2026
Uhrzeit: 14:00–15:00 Uhr
Ort: Halle 3.0, Inspiration Stage, J34

Damit wird deutlich: Leseförderung für Kinder ist eine gemeinsame Aufgabe.

Kinder begegnen Sprache und Geschichten zu Hause, in der Kita, in der Schule, in Bibliotheken und über unterschiedliche Medien.

Je selbstverständlicher Geschichten Teil dieser verschiedenen Lebensbereiche werden, desto mehr Möglichkeiten entstehen für Kinder, ihren eigenen Zugang zum Lesen zu entwickeln.

Frühkindliche Leseförderung muss nicht kompliziert sein

Die verschiedenen Veranstaltungen der Frankfurter Buchmesse zeigen gleichzeitig, dass gute frühkindliche Leseförderung nicht zwangsläufig ein großes zusätzliches Projekt sein muss.

Oft können kleine Veränderungen im Alltag bereits neue Möglichkeiten schaffen:

Bücher können für Kinder frei erreichbar sein. Geschichten können gemeinsam weitererzählt werden. Ein Bilderbuch kann Ausgangspunkt für ein Rollenspiel sein. Comics können genauso selbstverständlich angeboten werden wie klassische Kinderbücher.

Wichtig ist dabei vor allem die Haltung:

Lesen und Geschichten sollen nicht ausschließlich als Lernaufgabe wahrgenommen werden.

Kinder dürfen entdecken, lachen, Fragen stellen, Geschichten verändern und eigene Ideen entwickeln.

So kann aus der Begegnung mit Sprache echte Lesefreude entstehen.

Fazit: Leseförderung Kinder braucht unterschiedliche Wege

Die Frankfurter Buchmesse 2026 zeigt, wie vielfältig moderne Leseförderung für Kinder sein kann.

Bilderbücher, Comics, Rollenspiele, Bibliotheken und klassische Kinderliteratur können unterschiedliche Türen zur Welt der Geschichten öffnen.

Für Kitas, Eltern und pädagogische Fachkräfte lohnt es sich deshalb, Leseförderung nicht ausschließlich als einzelne Vorlesesituation zu verstehen.

Spannender ist die Frage:

Wie können wir eine Umgebung schaffen, in der Kinder Geschichten entdecken wollen?

Manchmal braucht es dafür ein Buch. Manchmal ein Bild. Manchmal eine Figur. Und manchmal ein gemeinsames Abenteuer.

Leseförderung in Ihrer Einrichtung weiterentwickeln

Sie möchten die Leseförderung in Ihrer Kita weiterentwickeln oder gemeinsam mit Ihrem Team neue pädagogische Ansätze erarbeiten?

Novi unterstützt Kitas, pädagogische Teams und Träger dabei, pädagogische Themen strukturiert weiterzuentwickeln und neue Impulse in den Alltag zu übertragen.

Im Rahmen unserer Fachberatung und Workshops schauen wir gemeinsam darauf, welche Ansätze zu Ihrer Einrichtung, Ihrem Team und den Kindern passen.

Sprechen Sie uns gerne an.